Daten
Die richtigen Informationen
Modell- und batteriespezifische Daten müssen entsprechend den regulatorischen Vorgaben im Batteriepass enthalten sein.
Batteriepasspflicht ab FristenFristen im Überblick
ANFORDERUNGEN & TECHNIK
Ein Batteriepass ist mehr als eine digitale Produktseite mit QR-Code. Die EU-Batterieverordnung stellt Anforderungen an die enthaltenen Daten, ihre Zugänglichkeit, die Identifikation der Batterie sowie an die technische Bereitstellung und Sicherheit des Passes.
Unternehmen müssen deshalb nicht nur Informationen sammeln, sondern sie strukturiert, aktuell, interoperabel und entsprechend der vorgesehenen Zugriffsrechte bereitstellen.
Die wesentlichen Anforderungen ergeben sich insbesondere aus Art. 77 und 78 sowie Anhang XIII der EU-Batterieverordnung.
Anforderungen auf einen Blick
Ein Batteriepass muss vier Dinge leisten.
Das Wichtigste
Daten
Modell- und batteriespezifische Daten müssen entsprechend den regulatorischen Vorgaben im Batteriepass enthalten sein.
Identifikation
Der Batteriepass muss über einen QR-Code erreichbar sein, der mit einer eindeutigen Kennung der Batterie verknüpft ist.
Zugriffsrechte
Unterschiedliche Nutzergruppen erhalten entsprechend ihrer Rolle Zugriff auf unterschiedliche Daten.
Technische Bereitstellung
Die Daten müssen maschinenlesbar, strukturiert, durchsuchbar und ohne Anbieterbindung übertragbar sein.
Aufbau
Daten
Der Batteriepass enthält sowohl Informationen zum Batteriemodell als auch Daten zur konkreten einzelnen Batterie. Welche Informationen erforderlich sind, hängt teilweise von Batterieart, Status und Zugriffsberechtigung ab.
Ein Pass verbindet zwei Datenebenen
Identifikation
Der Batteriepass wird über einen QR-Code abgerufen. Dieser verweist auf eine eindeutige Kennung, die der verantwortliche Wirtschaftsakteur der Batterie zuweist.
Vom physischen Produkt zum Datensatz
Zugriff
Ein Teil der Informationen ist öffentlich. Andere Informationen stehen nur zuständigen Behörden oder Akteuren mit berechtigtem Interesse zur Verfügung.
Wer darf welche Daten sehen?
Technik
Offene Standards, maschinenlesbare Daten, Interoperabilität, Sicherheit und langfristige Verfügbarkeit gehören ausdrücklich zu den technischen Anforderungen.
Technische Grundlage
Hier sehen Sie die wichtigsten Datenbereiche im Überblick. Die aktuelle Arbeitshilfe der Europäischen Kommission mit 71 Datenpunkten, ihrem Pflichtstatus und den unterschiedlichen Zugriffsebenen erklären wir im ausführlichen Datenfelder-Leitfaden.
Alle Batteriepass-Datenfelder einordnenCO₂-Fußabdruck, Rezyklatanteile und Due-Diligence-Informationen sind laut aktueller EU-FAQ beim Start am 18. Februar 2027 noch nicht erforderlich. Sie werden entsprechend ihren eigenen gesetzlichen Anwendungszeitpunkten relevant.
Öffentliche Modellinformationen
Daten im Batteriepass
Fünf Fragen strukturieren die öffentlich zugänglichen Modellinformationen.
Zugriffsrechte
Der Batteriepass ist kein vollständig öffentliches Datenblatt. Die EU-Batterieverordnung unterscheidet mehrere Zugriffsebenen, damit Transparenz und der Schutz sensibler Informationen miteinander vereinbar bleiben.
Art. 77 und Anhang XIII unterscheiden ausdrücklich zwischen öffentlich zugänglichen Informationen, Behördeninformationen und Informationen für Personen mit berechtigtem Interesse.
Die konkreten berechtigten Personengruppen und ihre Nutzungsrechte sind noch nicht final ausgestaltet. Der Durchführungsrechtsakt zu eingeschränkt zugänglichen Daten ist laut EU-FAQ weiterhin in Entwicklung. Im Webinar vom 30. September 2026 kündigte die Kommission den Entwurf zur öffentlichen Rückmeldung für die kommenden Wochen an; eine Ausschussabstimmung wird für Dezember 2026 beziehungsweise Anfang Januar 2027 angestrebt. Das sind Planungen, keine verbindlichen Termine. Die finale rechtlich bindende Regelung steht noch aus.
Der Rechtsakt soll insbesondere bestimmen, wer als Person mit berechtigtem Interesse gilt, welche eingeschränkten Daten zugänglich sind und in welchem Umfang diese heruntergeladen, geteilt, veröffentlicht oder weiterverwendet werden dürfen.
Laut FAQ wird damit kein zentraler, detaillierter Authentifizierungsmechanismus festgelegt. Der DPP ist dezentral aufgebaut; unterschiedliche Mechanismen können eingesetzt werden. Nationale Register etwa von Recyclern oder Abfallwirtschaftsakteuren können bei der Rollenprüfung helfen. Quelle: EU-FAQ, Fragen 1.4, 6.3 und 6.4.Weitere Klarstellungen der EU-FAQ
Öffentlich
Allgemeinheit
Beispiele
Berechtigtes Interesse
Reparatur · Second Life · Recycling · Kommission
Dazu können beispielsweise gehören
Diese Daten sind insbesondere für Reparatur, Second Life, Wiederaufarbeitung und Recycling relevant.
Regulatorisch
Behörden · Kommission · notifizierte Stellen
Beispielsweise
Anhang XIII Nr. 3 weist diese Daten notifizierten Stellen, Marktaufsichtsbehörden und der Kommission zu.
Identifikation
Der Batteriepass muss über einen QR-Code abrufbar sein. Dieser QR-Code ist mit einer eindeutigen Kennung verknüpft, die der verantwortliche Wirtschaftsakteur der Batterie zuweist.
Damit kann eine physische Batterie eindeutig mit ihrem digitalen Datensatz verbunden werden.
Die Verordnung verweist für QR-Code und individuelle Kennung auf die ISO/IEC-15459-Normenreihe oder gleichwertige Normen.
Entwurf – noch nicht verbindlich: Ein Kommissionsentwurf vom 29. September 2026 sieht vor, diese technische Referenz künftig auf EN 18219:2026 für die eindeutige Produktkennung und EN 18220:2026 für den Datenträger beziehungsweise QR-Code umzustellen, jeweils mit gleichwertigen Standards als Alternative. Details zum Entwurf stehen im QR-Code-Wissensbeitrag.
Eine Batterie. Ein zugehöriger Pass.
EV Battery Pack
78 kWh
Physische Batterieeindeutig gekennzeichnet
EV Battery Pack 78 kWh
DPP-ID: EU-BP-2027-0182
Digitaler Batteriepassgenau dieser Batterie
Technische Anforderungen
Die Verordnung definiert nicht nur, welche Informationen vorhanden sein müssen. Sie stellt auch grundlegende Anforderungen an Struktur, Austausch, Sicherheit und Verfügbarkeit.
So müssen Daten durch den Batteriepass fließen
Daten liegen maschinenlesbar und durchsuchbar vor.
Das Format basiert auf offenen Standards und bleibt übertragbar.
Andere Systeme und Produktpässe können die Daten verarbeiten.
Durchgehend geschützt
Integrität, Sicherheit und Datenschutz gelten entlang des gesamten Datenwegs.
Die enthaltenen Informationen müssen auf offenen Standards basieren.
Daten müssen in einem interoperablen Format bereitgestellt werden.
Die Informationen müssen über ein offenes interoperables Datenaustauschnetz übertragen werden können, ohne Vendor Lock-in.
Der Batteriepass ist nicht als reine menschlich lesbare Website oder PDF gedacht. Die Informationen müssen maschinenlesbar und strukturiert vorliegen.
Die Daten müssen technisch durchsuchbar sein.
Der Batteriepass muss technisch, semantisch und organisatorisch mit anderen digitalen Produktpässen interoperabel sein.
Authentizität, Zuverlässigkeit und Integrität der Daten müssen gewährleistet werden. Gleichzeitig fordert die Verordnung ein hohes Maß an Sicherheit und Datenschutz sowie Maßnahmen gegen Betrug.
EU-Infrastruktur
Neben dem eigentlichen Batteriepass spielt das europäische DPP Registry eine zentrale Rolle. Es indexiert eindeutige Identifikatoren und ausgewählte Metadaten, speichert aber nicht den vollständigen Pass.
Vor dem Inverkehrbringen oder der Inbetriebnahme muss der relevante Wirtschaftsakteur den DPP auf der vorgeschriebenen Datenebene registrieren. Die EU sieht Oberfläche und API als Übermittlungswege vor; die Oberfläche dokumentiert außerdem JSON-/XML-Datei-Uploads.
Stand 6. Oktober 2026: Der Semantikkatalog für Batterien ist noch nicht definiert. Deshalb kann eine Batterie-DPP-Registrierung derzeit unabhängig vom Übermittlungsweg nicht erfolgreich validiert werden.
Registerinhalt und Ablauf im DetailBeim Unternehmen
Im EU DPP Registry
Das Register macht den Pass auffindbar und prüft zentrale Angaben. Der vollständige Datensatz bleibt dezentral bereitgestellt.
Verantwortung
Verantwortlich ist grundsätzlich der Wirtschaftsakteur, der die Batterie in Verkehr bringt. Er muss sicherstellen, dass die Informationen im Batteriepass korrekt, vollständig und aktuell sind.
Andere Akteure können schriftlich bevollmächtigt werden, in seinem Namen zu handeln. Die regulatorische Verantwortung verschwindet dadurch jedoch nicht einfach in der Software.
Verantwortlich
Der Wirtschaftsakteur,der die Batterie in Verkehr bringt
sichert die Datenqualität
Lebenszyklus
Bestimmte Informationen entstehen erst während der Nutzung einer Batterie. Dazu zählen beispielsweise Leistungs- und Haltbarkeitsparameter, State of Health, Statusänderungen sowie Nutzungsdaten wie Lade- und Entladezyklen.
Anhang XIII nennt für einzelne Batterien unter anderem State of Health, Status, Lade-/Entladezyklen, negative Ereignisse und Betriebsbedingungen.
Die EU-FAQ nennt keine pauschale Echtzeitpflicht oder feste Updatefrequenz. Mindestens bei einer Statusänderung oder deren Prüfung sind laut dieser Guidance dynamische Daten zu aktualisieren, etwa vor Wiederaufarbeitung, Umnutzung oder Recycling. Je nach Zweck können häufigere Updates nötig sein, sofern technisch machbar und verhältnismäßig. Bei Offline-E-Bike-Batterien kann der Service-Termin angemessen sein. BMS-Abhängigkeit und anfangs leere Nutzungsdaten im Detail
Pass wird vorbereitet
Initialdaten werden bereitgestellt
Betriebsdaten werden ergänzt
Status und Passbezug ändern sich
Batteriepass endet
Praxis-Check
Gehen Sie die fünf Themen nacheinander durch. Ein fehlendes Häkchen zeigt, wo noch Vorbereitungsbedarf besteht.
Nein.
Der QR-Code ist lediglich der Zugang zum digitalen Batteriepass. Dahinter müssen die geforderten strukturierten Informationen und technischen Mechanismen verfügbar sein.
Nicht als alleinige Umsetzung.
Die Verordnung verlangt maschinenlesbare, strukturierte und durchsuchbare Daten in einem interoperablen Format.
Nein.
Anhang XIII unterscheidet ausdrücklich zwischen öffentlichen Informationen und Daten mit eingeschränktem Zugriff.
Nein.
Bestimmte Informationen und Statusänderungen müssen über den Lebenszyklus der Batterie aktuell gehalten werden.
Anforderungen praktisch umsetzen
Die Herausforderung besteht nicht nur darin, die regulatorischen Anforderungen zu kennen. Unternehmen müssen Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen, strukturieren, validieren und langfristig aktuell halten.
SimpleDPP unterstützt genau diesen Prozess: von der strukturierten Datenverwaltung über digitale Produktpässe und Zugriffsrechte bis zur technischen Bereitstellung.

Häufige Fragen
Die wichtigsten Antworten zu Daten, Zugriff, Technik, Verantwortung und DPP Registry.
Der Batteriepass enthält sowohl Modellinformationen als auch Daten zur konkreten Batterie. Anhang XIII definiert unter anderem Informationen zu Zusammensetzung, Nachhaltigkeit, Leistung, Haltbarkeit und Lebenszyklus. Welche Angaben erforderlich und für wen zugänglich sind, hängt von der jeweiligen Datenkategorie ab.
Teilweise. Einige Modellinformationen sind öffentlich, während andere Daten nur Behörden, notifizierten Stellen oder Personen mit berechtigtem Interesse zugänglich sein dürfen.
Nein. Der QR-Code stellt den Zugang her und verweist auf die eindeutige Kennung der Batterie. Der eigentliche Batteriepass besteht aus den dahinterliegenden strukturierten Informationen und technischen Diensten.
Eine reine PDF-Datei erfüllt die technischen Anforderungen nicht vollständig. Die Verordnung fordert unter anderem maschinenlesbare, strukturierte, durchsuchbare und interoperabel übertragbare Informationen.
Grundsätzlich der Wirtschaftsakteur, der die Batterie in Verkehr bringt. Er muss sicherstellen, dass die Informationen korrekt, vollständig und aktuell sind.
Für entsprechend wiederverwendete, umgenutzte oder wiederaufgearbeitete Batterien ist ein neuer Batteriepass erforderlich, der mit dem ursprünglichen Pass beziehungsweise den ursprünglichen Pässen verknüpft wird.
Für betroffene Batterien muss der relevante Wirtschaftsakteur den DPP vor dem Inverkehrbringen oder der Inbetriebnahme registrieren. Das Register speichert Identifikatoren und ausgewählte Metadaten, nicht den vollständigen Pass. Die Prozesse regelt unter anderem die Durchführungsverordnung (EU) 2026/1778. Aktuell ist eine erfolgreiche Batterie-DPP-Registrierung laut User Guide v1.03 noch wegen des fehlenden Batterie-Semantikkatalogs blockiert.
Quellen & Stand
Zuletzt geprüft am . Die FAQ ist auf der Website der Kommission veröffentlichte Guidance, kein neuer Rechtsakt. Sie enthält einen Hinweis auf die Auffassung ihrer Autoren und ist keine verbindliche Rechtsauslegung. Webinarankündigungen sind Planungen ohne verbindliche Termine; ein Entwurf ist noch kein geltendes Recht. Maßgeblich bleiben die geltenden Rechtsakte. Mein Batteriepass bietet allgemeine Orientierung und keine individuelle Rechtsberatung.
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Rollen & Verantwortung
Erzeuger, EU-Einführer, Händler, Eigenmarke und Second Life klar einordnen.
Rollen-Finder öffnenDPP Registry
Registerinhalt, Registrierungsablauf und Abgrenzung zur stiftung ear verstehen.
DPP Registry ansehenDaten & Pflichtangaben
71 EU-Datenpunkte nach Pflichtstatus, Zugriff, Datenebene und Datenquelle einordnen.
Datenfelder im DetailBereit für 2027?
SimpleDPP unterstützt Sie dabei, relevante Daten strukturiert zu verwalten und digitale Batterie- und Produktpässe technisch umzusetzen.